Offene Tür
Neuanfang Leben

Mittelfristige Behandlung

Im Unterschied zu speziellen Settings wie Rückfallbehandlung oder Stof stehen in der mittelfristigen Behandlung die Bearbeitung in der Regel sehr verdeckter und biografisch verwurzelter Hintergrundprobleme im Vordergrund, die eine umfassende Behandlung erfordern. In der Regel profitieren von diesem Behandlungssetting besonders Patienten mit längerfristigem Suchtverlauf und dem Einhergehen physischer und psychischer Komorbiditäten. Unterschiedliche Problemkonstellationen und Verläufe können hier in individuellen Behandlungsplänen Berücksichtigung finden. Die Vorteile dieser Behandlungsform liegen einerseits in der Vielfalt der Behandlungsangebote und andererseits in der Spezialisierung auf bestimmte Problemlagen, die durch unterschiedliche Therapiesettings eingehender behandelt werden können wie z.B.:

  • Gruppe Traumafolgestörungen

    Komorbidität von Sucht und Trauma-Folgestörungen nehmen an Zahl und Schwere zu. Bei uns werden, ausgehend von psycho-edukativer Basisinformationen zur Störung, über Stabilisierungstechniken bis hin zu individueller Trauma-Bearbeitung alle Stufen der Traumatherapie angeboten.
    Ziel ist eine verbesserte Kompetenz im Alltag (wozu nicht immer Trauma-bearbeitende Methoden notwendig sind).
    Für diese Klientel wurden 12 Wochen-Programme mit manualisierten modularen Gruppentherapieprogrammen entwickelt und mit Erfolg durchgeführt.
    In der Bezugsgruppe erfolgt die ausführliche Behandlungsplanung mit der Vereinbarung der wichtigsten Therapieziele (realistisch für 12 Wochen nicht mehr als 3 Ziele). Für die suchtspezifischen Komponenten werden in jeweils einer interaktionsbezogenen Stunde/Woche auch die individuellen Suchtverläufe thematisiert. Es werden Kompetenzen im Umgang mit Rückfallsituationen sowie notwendige Techniken zur sozialen Stabilisierung vermittelt. Zusätzlich dazu besuchen die Patienten mit einer Trauma-Folgestörung eine weitere Therapiegruppe im Umfang von insgesamt 6 Std., die weitere psychoedukativtheoretische Grundlagen ergänzt und Zeit zum Üben der Stabilisierungstechniken sowie von DISS-Stopp-Techniken bietet.
    In den Gruppensitzungen sind außerdem psychoedukative Elemente bezüglich der Trauma-Folgestörung sowie die Vermittlung von entsprechenden Stabilisierungstechniken nach Michaela Huber (vgl. M. Huber 2005: (Tresor-Übung, Innerer sicherer Ort, etc.) zentrale Schwerpunkte. Es findet außerdem eine „Seeking-Safety“-Gruppe statt, nach dem am Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung entwickelten Konzept (vgl. Najavits 2008; Schäfer 2013).
    Trauma-bearbeitung kann bei entsprechender Indikation (die sich sehr eng an den Vorgaben der Fachgesellschaften orientiert) während des Aufenthaltes bei den entsprechend qualifizierten Gruppentherapeuten oder der ärztlichen bzw. psychologischen Leitung durchgeführt werden.
    Sowohl EMDR2, evidenzbasierte kognitive Techniken, als auch das PITT-Programm3 nach Reddemann finden Anwendung (L. Reddemann 2011).
    Die Behandlungsplanung erfolgt individuell.
    Über die ärztliche Leitung besteht darüber hinaus die Möglichkeit, diese Therapien wenn nötig auch im Rahmen einer ambulanten Psychotherapie fortzusetzen und so den Transfer in den häuslichen Alltag wesentlich zu unterstützen.

  • Gruppe mit emotional-instabiler Persönlichkeitsstörungen

    Für Patienten mit emotional-instabiler Persönlichkeitsstörung werden je nach Focus zusätzliche Methoden im Umgang mit Aggressionen und körperbezogene Verfahren wie KBT4 eingesetzt. Der Schwerpunkt liegt hier eher in der Behandlung von schwer-selbstschädigendem Verhalten, im Therapieverlauf können auch Methoden aus der Phase des Selbstwertaufbaus angeboten werden.
    Ausgehend von den individuellen Therapiezielen werden den Patienten umrissene Grundlagen zur Stärkung der Kompetenzen im Umgang mit der Störung regelhaft vermittelt - individuell ergänzt durch besondere Schwerpunkte.
    Alle Behandlungsangebote legen großen Wert auf einen aktiv übenden Anteil des Patienten, dessen Mitarbeit auch regelmäßig überprüft wird, und mit dem zusammen die Behandlungsplanung in festen Abständen aktualisiert wird. Zusammen mit der individuellen Entlassungsvorbereitung entsteht so ein Angebot, das hilft, den Transfer des Gelernten in den Alltag wesentlich zu erleichtern und so Therapieerfolge längerfristig zu sichern.

  • Kognitiv orientierte Therapiegruppe

    In dieser Therapiegruppe wird auf die Arbeitstherapie zugunsten einer stärker intellektuell geprägten Auseinandersetzung mit der Suchtkrankheit verzichtet und vom Patienten verstärkt Eigeninitiative und Selbstkontrolle gefordert. Diese Therapiegruppe eignet sich im besonderen für Patienten, bei denen vermehrt ein Zugang auf kognitiver Ebene möglich ist, die aufgrund ihrer intellektuellen Leistungsfähigkeit eigenständig zu themenzentrierter Gruppen- und Einzelarbeit fähig sind. Ein erhöhter Anteil an Gruppenpsychotherapie mit 8 wöchentlichen Einheiten und verstärkter Kreativ- und Gestaltungstherapie sollen der Garant sein zu aktueller Interaktion, Beziehungsklärung, Konfliktlösung usw.. Zudem bietet sich dabei der Ansatz, in der lebensgeschichtlichen Entwicklung entstandene Muster von Beziehungsproblemen zu erfahren, zu erkennen und in der aktuellen Dynamik zu verändern.

    Patienten mit bestehender Arbeitslosigkeit, deutlichen Problemen in der sozialen und beruflichen Situation kommen für eine Behandlung in dieser Therapiegruppe nicht in Betracht.

  • 2 handlungsorientierte Therapiegruppen

    Diese Schwerpunktsetzung ist insbesondere für die Patienten gedacht, die in überdurchschnittlichem Maße aus familiären, sozialen und beruflichen Bezügen herausgefallen sind. Dies können Folge der Suchtmittelabhängigkeit aber auch ausgeprägte Entstehungs- und Bedingungsfaktoren für die spätere Abhängigkeit sein. Bei vielen Patienten gehen neben überdurchschnittlichen seelischen/oder sozialen Störungen häufig Einschränkungen im intellektuellen Bereich einher. Diese Klientel profitiert weniger von gruppendynamischen Prozessen sondern verstärkt von handlungsorientierten Ansätzen und psychagogischer Einzelbetreuung. Aus diesem Grunde ist zugunsten vermehrter Einzelgesprächskontakte die wöchentliche Frequenz an Gruppenpsychotherapie reduziert.

    Da bei dieser Patientengruppe häufig Selbstversorgungsdefizite vorhanden sind, ist ein Selbstversorgungstraining (Kochkurs, Wäsche, Hygiene, Reinigung etc.) obligatorisch.

    Ein wesentliches Therapieziel besteht in der Erweiterung von lebenspraktischen Kompetenzen bei psychotherapeutischer Aufarbeitung von Lebenskrisen in Zusammenhang mit der Grunderkrankung.

    Ggf. Lese- und Rechtschreibtraining sowie das Üben von Telefonaten gehören ebenso zur Umsetzung des sozialtherapeutischen Konzeptes wie auch die Zusammenarbeit mit der sozialpädagogischen Familienhilfe, Betreuern, Bewährungshelfern, aber auch Klärung von Behördenangelegenheiten vor Ort.

    Bei Bedarf werden Familiengespräche in Form eines Hometreatement durchgeführt sowie auch Kontakte zu Bildungsstätten mit Fortbildungs- oder Umschulungsmöglichkeiten aufgenommen. Durch die enge kooperative Zusammenarbeit mit Reha- und Arbeitsberatern des örtlichen Arbeitsamtes und Einbeziehung des Heimatarbeitsamtes wird gemeinsam unter Berücksichtigung der Fähigkeiten und Interessenlage, aber auch der realen Umsetzungsmöglichkeiten versucht, den Patienten in den Arbeitsprozess zu (re)integrieren.

    Diese handlungsorientierten Therapieinhalte, gekoppelt mit einem verstärkten Arbeitstraining in unterschiedlichen Zeitintervallen, haben sich u.a. zur Abklärung der physischen und psychischen Belastungsfähigkeit des Patienten besonders wirksam erwiesen und tragen in erheblichem Maße zu einer Neuorientierung der Lebensinhalte bei. Interne Leistungsüberprüfungen und bei Bedarf externe Praktika in umliegenden Betrieben ergänzen dieses Setting und geben zudem noch näheren Aufschluss über die Qualifikation und Motivation des Patienten.

  • Gruppe 55plus

    Wege aus der Krise – wieder aktiv und vital leben
    Menschen im Alter zwischen 50 und 70 Jahren gelten heute nicht mehr als alt im herkömmlichen Sinn, sondern sind aktive, gesundheitsbewusste Menschen, die ihr Leben zwischen Arbeitswelt und Sinnerfüllung im wohlverdienten Ruhestand neu ausrichten.

    Sie gehören nicht zum alten Eisen 
    Sie möchten Ihre letzten Berufsjahre oder ihren wohlverdienten Ruhestand aktiv und vital erleben und Ihr Suchtproblem hindert Sie daran? Dann sollten Sie sich mit unserem Therapieangebot näher befassen. Oder wenn der Wechsel zwischen Beruf und Rente Sie aus dem Tritt gebracht hat und sich das Suchtmittel mehr und mehr in den Mittelpunkt Ihres Lebens geschoben hat. Dann wird es Zeit, etwas zu unternehmen. Bei besserer Gesundheit, materieller Absicherung und immer höherer Lebenserwartung haben Menschen in den besten Jahren um 55plus einen wesentlichen Teil ihres Lebens noch vor sich.

    Es lohnt sicht, sprechen Sie mit uns
    In unserer Fachklinik finden Sie einen Weg aus Ihrer Krise. Viele abstinent lebende Menschen gerieten in die gleiche Situation wie Sie. Durch das Ende der beruflichen Tätigkeit, Verlust oder Trennung von Partnerin oder Familienangehörigen, bei Vereinsamung, innerer Leere oder fehlendem Antrieb fühlen sich viele Menschen isoliert, ausgeschlossen und nicht wertgeschätzt. Körperliche Erkrankungen und die Sucht beeinträchtigen die Mobilität und aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben so sehr, dass Sie nicht mehr weiter wissen. Die Lebenszufriedenheit wird auf diese Weise zunichte gemacht. Dabei möchten Sie noch nicht zum „alten Eisen“ zählen. Wir helfen Ihnen, Wege zu finden, Ihr Leben auf einer abstinenzorientierten Basis eigenverantwortlich zu gestalten.

    Ordnen Sie mit uns in Ruhe Ihre Lebensbereiche 

    • Mehr persönliche Stabilität und Gesundheit
    • Einbindung Ihres engeren sozialen Umfeldes
    • Sinnerfüllende Beschäftigung und Freizeit
    • Materielle Sicherheit und behagliches Wohnen
    • Würdigung der Lebensleistung im neuen Lebensabschnitt

     Flyer 55 plus

  • Behandlungsschwerpunkt Trauma und Sucht

    Dem Konsum von Suchtmitteln in schädlicher und abhängiger Weise liegen fast immer spezifische Lebensumstände des betroffenen Menschen zugrunde. Dementsprechend konsumiert keiner Suchtmittel einfach nur so.

    Ein sehr bedeutsamer Lebensumstand für den fortgesetzten Suchtmittelkonsum ist eine sogenannte Traumatisierung. Menschen haben dabei in ihrem Leben Erfahrungen gemacht, die so schwerwiegend und verletzend waren, dass sie nicht mehr heilsam verarbeitet werden konnten; sie haben eine Verletzung und Narbe in der Seele hinterlassen, die Traumatisierung genannt wird.

    Eine solche Traumatisierung kann entweder in einem oder wenigen schwerwiegenden Erlebnissen bestehen, die im Privat- oder aber auch Berufsleben geschehen sind, z. B. Unfälle, Todesfälle, Naturkatastrophen, oder sie kann in vielfachen und vielfältigen verletzenden, entwertenden, gewaltbezogenen Erlebnissen zumeist aus Kindheit und Jugendzeit bestehen. Während man im ersten Fall von einfacher Traumatisierung spricht, nennt man den zweiten Fall eine komplexe Traumatisierung.

    Inzwischen ist in der internationalen Forschung gesichert, dass Missbrauch und Abhängigkeit von Alkohol, Cannabis und anderen Suchtmitteln, auch Glücksspiel zu den wichtigsten Folgestörungen nach Traumatisierungen gehören (z. B. Reddemann in Zeitschrift für Psychotraumatologie und psychotherapeutische Medizin, 2005).

    Für die Behandlung von Betroffenen bedeutet das, dass nur ein therapeutisches Vorgehen, das Traumatisierung und Substanzkonsum gleichzeitig berücksichtigt und fachgerecht angeht, die Möglichkeit für tiefgreifenden und dauerhaften Erfolg bietet.

    In unserer Klinik haben wir daher die Bedingungen geschaffen, in einem gendersensiblen Rahmen männerspezifisch sowohl die sucht-, als auch die traumabedingten Probleme auf jeden einzelnen Betroffenen genau zugeschnitten behandeln zu können.

    Unser integratives Sucht-Trauma-Behandlungs-Konzept umfasst drei Bezugstherapiegruppen, in denen einfach und komplex Traumatisierte differenziert behandelt werden können. Im Zentrum stehen Wahrnehmungsverbesserung, Selbststabilisierungstechniken und Fertigkeitentraining, um für die betroffenen Männer wieder Sicherheit im Hier und Jetzt, sowie Selbstwirksamkeitserleben und Selbstwerterleben zu schaffen. Therapeutische Auseinandersetzung mit den traumatischen Erlebnissen bieten wir unter Nutzung international etablierter Therapietechniken, wie EMDR (eye-movement-desensitization-reprocessing), in Einzelbehandlung an. Unser Ziel ist, dass die betroffenen Männer zu einem zufriedenen und erfüllten Leben (zurück) finden.

    Da Traumatisierung und Suchtmittelkonsum häufig, vor allem im Falle der komplexen Traumatisierung, mit weiteren psychischen Problemen verbunden sind, ermöglicht unser Behandlungskonzept, auch als schwierig benannte Betroffene und solche mit sogenannter Persönlichkeitsstörung zu behandeln und das selbst dann, wenn eine Traumatisierung nicht bekannt ist oder eine posttraumatische Belastungsstörung nicht diagnostiziert wurde.

    Weitere Informationen zu unserem Schwerpunktangebot Trauma und Sucht finden Sie auch in unserem Flyer „Trauma und Sucht“.

  • Glücksspiel- und Medienabhängigkeit

    Das Therapieangebot in einer speziellen Therapiegruppe richtet sich an volljährige pathologische Glücksspieler mit einer manifesten primären Suchtdynamik, an Glücksspieler mit einer zusätzlichen stoffgebundenen Abhängigkeit und an Patienten mit stoffgebundener Abhängigkeit und/oder Medienabhängigkeit (überwiegend Patholgischer PC-Gebrauch). Die Behandlung dauert 8 – 12 Wochen, in Verbindung mit einer stoffgebundenen Abhängigkeit bis zu 16 Wochen.

    Übergeordnetes Rehabilitationsziel ist die Sicherung bzw. Wiedererlangung der Erwerbsfähigkeit. In Abhängigkeit von der individuellen Problemlage des Patienten und des zugrunde liegenden spezifischen Störungsbildes werden folgende Ziele angestrebt:

    • Rationale und emotionale Akzeptanz der Erkrankung Aufrechterhaltung einer dauerhaften Glücksspielabstinenz
    • Kontrolliertes Mediennutzungsverhalten in konkret-realer Umwelt
    • Aufbau alternativer Freizeitgestaltung
    • Rückfallvorbeugung zur Stabilisierung des Therapieerfolges
    • Erweiterung persönlicher Kompetenzen zur Bewältigung bestehender Lebenskonflikte
    • Verbesserung der Kommunikations-, Kontakt- und Beziehungsfähigkeit
    • Verantwortlicher Umgang mit Geld
    • Schuldenaufstellung und Schuldenregulierung
    • Freisetzung und Stabilisierung eigener Ressourcen
    • Erhöhung des Selbstwertgefühls
    • Verbesserung der Fähigkeit zur Selbstkontrolle eigenen Verhaltens
    • Steigerung der Konfliktfähigkeit
    • Verbesserung der Gefühlswahrnehmung und –differenzierung
    • Erhöhung der Genussfähigkeit
    • Anbindung an Selbsthilfegruppen
    • Motivation zur ambulanten Rehabilitation oder Psychotherapie