Offene Tür
Neuanfang Leben

Mittelfristige Behandlung

Im Unterschied zur Kurzzeitbehandlung oder speziellen Settings wie Rückfallbehandlung oder Stof stehen in der mittelfristigen Behandlung die Bearbeitung in der Regel sehr verdeckter und biografisch verwurzelter Hintergrundprobleme im Vordergrund, die eine umfassende (tiefenpsychologische) Behandlung erfordert. In der Regel profitieren von diesem Behandlungssetting besonders Patienten mit längerfristigem Suchtverlauf und dem Einhergehen physischer und psychischer Komorbiditäten. Unterschiedliche Problemkonstellationen und Verläufe können hier in individuellen Behandlungsplänen Berücksichtigung finden. Die Vorteile dieser Behandlungsform liegen einerseits in der Vielfalt der Behandlungsangebote und andererseits in der Spezialisierung auf bestimmte Problemlagen, die durch unterschiedliche Therapiesettings eingehender behandelt werden können wie z.B.:

  • Gruppe Alkohol-, Medikamenten und Glücksspielabhängigkeit

    In dieser Therapiegruppe werden Patienten mit einer stoffgebundenen Abhängigkeit (Alkohol und/oder Medikamente) und Patienten mit Alkohol- oder Medikamentenabhängigkeit in Verbindung mit einer Glücksspielabhängigkeit behandelt.

    Gruppen- und Einzelpsychotherapie, zwei wöchentliche Einheiten Musiktherapie, Kreativ- und Gestaltungstherapie, Sport- und Bewegungstherapie im Gruppenverbund sowie gruppenübergreifende arbeitstherapeutische Angebote und Indikationsgruppen werden eingesetzt, um die individuellen Rehaziele unter Berücksichtigung der spezifischen Abhängigkeitsproblematik zu bearbeiten.

  • Gruppe "Psychische Begleitsymptomatik

    Um Patienten mit komorbiden psychischen Störungen ein ihren Erfordernissen angemessenes Behandlungsangebot zu machen, werden diese Patienten schwerpunktmäßig in einer Therapiegruppe behandelt. Bei diesen Behandlungen besteht neben der Alkohol- und/oder Medikamentenabhängigkeit eine zusätzliche psychische Erkrankung. Hierbei handelt es sich häufig um Depression und/oder Ängste. Es werden jedoch auch psychosomatische Krankheitsbilder, Belastungsstörungen oder Persönlichkeitsstörungen mitbehandelt. Neben in der Entwöhnungstherapie üblichen Therapieformen kommen hier spezifische Elemente vor. Bei Notwendigkeit erfolgt eine medikamentöse Therapie, die ärztlich begleitet wird. Es wird ein breites Spektrum von Therapieformen angeboten, deren Vielfalt die Wahrscheinlichkeit für einen Behandlungserfolg erhöht. Dabei ist die Verzahnung der multidisziplinären Therapiemodule von erheblicher Bedeutung. Die Zusammenarbeit aller Therapiebereiche kann durch transparente Abläufe, Informationsabgleich und Teambesprechungen effektiv gestaltet werden und bildet die Basis für den Behandlungsprozess. Die gruppen- und einzeltherapeutischen Interventionen werden in der Regel von einem /einer psychologischen Psychotherapeut/in und/oder einem/einer psychotherapeutisch ausgebildeten Arzt/Ärztin durchgeführt. Die verschiedenen Therapiemodule können zeitnah und supportiv aufeinander abgestimmt werden. Neben der konzeptionell regelhaften psychologischen Testdiagnostik erfolgt eine differentielle diagnostische Erhebung der komorbiden psychischen Störung, z.B. durch das Beck-Depressions-Inventar (BDI) Version 2005, bei besonderer Indikation auch durch den Fragebogen zur Depressionsdiagnostik nach DSM-IV (FDD – DSM – IV).

    Eine insgesamt prozessuale und prospektive Diagnostik stützt die differenzierte Therapieplanung. Die Behandlung findet in einer offenen Therapiegruppe mit einem Behandlungsrahmen von 16 Wochen statt. Entsprechend unsrer Gesamtkonzeption werden dadurch ebenso kleinschrittig wie solide Veränderungsprozesse ermöglicht und neue Erfahrungen begleitet. Es werden Veränderungen sowohl auf der Verhaltensebene als auch auf der pathophysiologischen Ebene angestrebt.

    Bei der Spezialisierung auf bestimmte Problemlagen können die Patienten wechselseitig voneinander lernen, die Erfahrung der Ähnlichkeit bei psychisch auffälligen Phänomenen kann entlastend wirken. Differenzielle Fragestellungen können eingehend bearbeitet werden. Die Notwendigkeit einer begleitenden Psychopharmakotherapie wird ärztlicherseits überprüft und ggf. neu verordnet oder weitergeführt, wenn diese bereits ambulant angesetzt wurde.

  • Kognitiv orientierte Therapiegruppe

    In dieser Therapiegruppe wird auf die Arbeitstherapie zugunsten einer stärker intellektuell geprägten Auseinandersetzung mit der Suchtkrankheit verzichtet und vom Patienten verstärkt Eigeninitiative und Selbstkontrolle gefordert. Diese Therapiegruppe eignet sich im besonderen für Patienten, bei denen vermehrt ein Zugang auf kognitiver Ebene möglich ist, die aufgrund ihrer intellektuellen Leistungsfähigkeit eigenständig zu themenzentrierter Gruppen- und Einzelarbeit fähig sind. Ein erhöhter Anteil an Gruppenpsychotherapie mit 8 wöchentlichen Einheiten und verstärkter Kreativ- und Gestaltungstherapie sollen der Garant sein zu aktueller Interaktion, Beziehungsklärung, Konfliktlösung usw.. Zudem bietet sich dabei der Ansatz, in der lebensgeschichtlichen Entwicklung entstandene Muster von Beziehungsproblemen zu erfahren, zu erkennen und in der aktuellen Dynamik zu verändern.

    Patienten mit bestehender Arbeitslosigkeit, deutlichen Problemen in der sozialen und beruflichen Situation kommen für eine Behandlung in dieser Therapiegruppe nicht in Betracht.

  • 2 handlungsorientierte Therapiegruppen

    Diese Schwerpunktsetzung ist insbesondere für die Patienten gedacht, die in überdurchschnittlichem Maße aus familiären, sozialen und beruflichen Bezügen herausgefallen sind. Dies können Folge der Suchtmittelabhängigkeit aber auch ausgeprägte Entstehungs- und Bedingungsfaktoren für die spätere Abhängigkeit sein. Bei vielen Patienten gehen neben überdurchschnittlichen seelischen/oder sozialen Störungen häufig Einschränkungen im intellektuellen Bereich einher. Diese Klientel profitiert weniger von gruppendynamischen Prozessen sondern verstärkt von handlungsorientierten Ansätzen und psychagogischer Einzelbetreuung. Aus diesem Grunde ist zugunsten vermehrter Einzelgesprächskontakte die wöchentliche Frequenz an Gruppenpsychotherapie reduziert.

    Da bei dieser Patientengruppe häufig Selbstversorgungsdefizite vorhanden sind, ist ein Selbstversorgungstraining (Kochkurs, Wäsche, Hygiene, Reinigung etc.) obligatorisch.

    Ein wesentliches Therapieziel besteht in der Erweiterung von lebenspraktischen Kompetenzen bei psychotherapeutischer Aufarbeitung von Lebenskrisen in Zusammenhang mit der Grunderkrankung.

    Ggf. Lese- und Rechtschreibtraining sowie das Üben von Telefonaten gehören ebenso zur Umsetzung des sozialtherapeutischen Konzeptes wie auch die Zusammenarbeit mit der sozialpädagogischen Familienhilfe, Betreuern, Bewährungshelfern, aber auch Klärung von Behördenangelegenheiten vor Ort.

    Bei Bedarf werden Familiengespräche in Form eines Hometreatement durchgeführt sowie auch Kontakte zu Bildungsstätten mit Fortbildungs- oder Umschulungsmöglichkeiten aufgenommen. Durch die enge kooperative Zusammenarbeit mit Reha- und Arbeitsberatern des örtlichen Arbeitsamtes und Einbeziehung des Heimatarbeitsamtes wird gemeinsam unter Berücksichtigung der Fähigkeiten und Interessenlage, aber auch der realen Umsetzungsmöglichkeiten versucht, den Patienten in den Arbeitsprozess zu (re)integrieren.

    Diese handlungsorientierten Therapieinhalte, gekoppelt mit einem verstärkten Arbeitstraining in unterschiedlichen Zeitintervallen, haben sich u.a. zur Abklärung der physischen und psychischen Belastungsfähigkeit des Patienten besonders wirksam erwiesen und tragen in erheblichem Maße zu einer Neuorientierung der Lebensinhalte bei. Interne Leistungsüberprüfungen und bei Bedarf externe Praktika in umliegenden Betrieben ergänzen dieses Setting und geben zudem noch näheren Aufschluss über die Qualifikation und Motivation des Patienten.

  • Gruppe 55plus

    Wege aus der Krise – wieder aktiv und vital leben
    Menschen im Alter zwischen 50 und 70 Jahren gelten heute nicht mehr als alt im herkömmlichen Sinn, sondern sind aktive, gesundheitsbewusste Menschen, die ihr Leben zwischen Arbeitswelt und Sinnerfüllung im wohlverdienten Ruhestand neu ausrichten.

    Sie gehören nicht zum alten Eisen 
    Sie möchten Ihre letzten Berufsjahre oder ihren wohlverdienten Ruhestand aktiv und vital erleben und Ihr Suchtproblem hindert Sie daran? Dann sollten Sie sich mit unserem Therapieangebot näher befassen. Oder wenn der Wechsel zwischen Beruf und Rente Sie aus dem Tritt gebracht hat und sich das Suchtmittel mehr und mehr in den Mittelpunkt Ihres Lebens geschoben hat. Dann wird es Zeit, etwas zu unternehmen. Bei besserer Gesundheit, materieller Absicherung und immer höherer Lebenserwartung haben Menschen in den besten Jahren um 55plus einen wesentlichen Teil ihres Lebens noch vor sich.

    Es lohnt sicht, sprechen Sie mit uns
    In unserer Fachklinik finden Sie einen Weg aus Ihrer Krise. Viele abstinent lebende Menschen gerieten in die gleiche Situation wie Sie. Durch das Ende der beruflichen Tätigkeit, Verlust oder Trennung von Partnerin oder Familienangehörigen, bei Vereinsamung, innerer Leere oder fehlendem Antrieb fühlen sich viele Menschen isoliert, ausgeschlossen und nicht wertgeschätzt. Körperliche Erkrankungen und die Sucht beeinträchtigen die Mobilität und aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben so sehr, dass Sie nicht mehr weiter wissen. Die Lebenszufriedenheit wird auf diese Weise zunichte gemacht. Dabei möchten Sie noch nicht zum „alten Eisen“ zählen. Wir helfen Ihnen, Wege zu finden, Ihr Leben auf einer abstinenzorientierten Basis eigenverantwortlich zu gestalten.

    Ordnen Sie mit uns in Ruhe Ihre Lebensbereiche 

    • Mehr persönliche Stabilität und Gesundheit
    • Einbindung Ihres engeren sozialen Umfeldes
    • Sinnerfüllende Beschäftigung und Freizeit
    • Materielle Sicherheit und behagliches Wohnen
    • Würdigung der Lebensleistung im neuen Lebensabschnitt

     Flyer 55 plus

  • Behandlungsschwerpunkt Trauma und Sucht

    Dem Konsum von Suchtmitteln in schädlicher und abhängiger Weise liegen fast immer spezifische Lebensumstände des betroffenen Menschen zugrunde. Dementsprechend konsumiert keiner Suchtmittel einfach nur so.

    Ein sehr bedeutsamer Lebensumstand für den fortgesetzten Suchtmittelkonsum ist eine sogenannte Traumatisierung. Menschen haben dabei in ihrem Leben Erfahrungen gemacht, die so schwerwiegend und verletzend waren, dass sie nicht mehr heilsam verarbeitet werden konnten; sie haben eine Verletzung und Narbe in der Seele hinterlassen, die Traumatisierung genannt wird.

    Eine solche Traumatisierung kann entweder in einem oder wenigen schwerwiegenden Erlebnissen bestehen, die im Privat- oder aber auch Berufsleben geschehen sind, z. B. Unfälle, Todesfälle, Naturkatastrophen, oder sie kann in vielfachen und vielfältigen verletzenden, entwertenden, gewaltbezogenen Erlebnissen zumeist aus Kindheit und Jugendzeit bestehen. Während man im ersten Fall von einfacher Traumatisierung spricht, nennt man den zweiten Fall eine komplexe Traumatisierung.

    Inzwischen ist in der internationalen Forschung gesichert, dass Missbrauch und Abhängigkeit von Alkohol, Cannabis und anderen Suchtmitteln, auch Glücksspiel zu den wichtigsten Folgestörungen nach Traumatisierungen gehören (z. B. Reddemann in Zeitschrift für Psychotraumatologie und psychotherapeutische Medizin, 2005).

    Für die Behandlung von Betroffenen bedeutet das, dass nur ein therapeutisches Vorgehen, das Traumatisierung und Substanzkonsum gleichzeitig berücksichtigt und fachgerecht angeht, die Möglichkeit für tiefgreifenden und dauerhaften Erfolg bietet.

    In unserer Klinik haben wir daher die Bedingungen geschaffen, in einem gendersensiblen Rahmen männerspezifisch sowohl die sucht-, als auch die traumabedingten Probleme auf jeden einzelnen Betroffenen genau zugeschnitten behandeln zu können.

    Unser integratives Sucht-Trauma-Behandlungs-Konzept umfasst drei Bezugstherapiegruppen, in denen einfach und komplex Traumatisierte differenziert behandelt werden können. Im Zentrum stehen Wahrnehmungsverbesserung, Selbststabilisierungstechniken und Fertigkeitentraining, um für die betroffenen Männer wieder Sicherheit im Hier und Jetzt, sowie Selbstwirksamkeitserleben und Selbstwerterleben zu schaffen. Therapeutische Auseinandersetzung mit den traumatischen Erlebnissen bieten wir unter Nutzung international etablierter Therapietechniken, wie EMDR (eye-movement-desensitization-reprocessing), in Einzelbehandlung an. Unser Ziel ist, dass die betroffenen Männer zu einem zufriedenen und erfüllten Leben (zurück) finden.

    Da Traumatisierung und Suchtmittelkonsum häufig, vor allem im Falle der komplexen Traumatisierung, mit weiteren psychischen Problemen verbunden sind, ermöglicht unser Behandlungskonzept, auch als schwierig benannte Betroffene und solche mit sogenannter Persönlichkeitsstörung zu behandeln und das selbst dann, wenn eine Traumatisierung nicht bekannt ist oder eine posttraumatische Belastungsstörung nicht diagnostiziert wurde.

    Weitere Informationen zu unserem Schwerpunktangebot Trauma und Sucht finden Sie auch in unserem Flyer „Trauma und Sucht“.

  • Glücksspiel- und Medienabhängigkeit

    Das Therapieangebot in einer speziellen Therapiegruppe richtet sich an volljährige pathologische Glücksspieler mit einer manifesten primären Suchtdynamik, an Glücksspieler mit einer zusätzlichen stoffgebundenen Abhängigkeit und an Patienten mit stoffgebundener Abhängigkeit und/oder Medienabhängigkeit (überwiegend Patholgischer PC-Gebrauch). Die Behandlung dauert 8 – 12 Wochen, in Verbindung mit einer stoffgebundenen Abhängigkeit bis zu 16 Wochen.

    Übergeordnetes Rehabilitationsziel ist die Sicherung bzw. Wiedererlangung der Erwerbsfähigkeit. In Abhängigkeit von der individuellen Problemlage des Patienten und des zugrunde liegenden spezifischen Störungsbildes werden folgende Ziele angestrebt:

    • Rationale und emotionale Akzeptanz der Erkrankung Aufrechterhaltung einer dauerhaften Glücksspielabstinenz
    • Kontrolliertes Mediennutzungsverhalten in konkret-realer Umwelt
    • Aufbau alternativer Freizeitgestaltung
    • Rückfallvorbeugung zur Stabilisierung des Therapieerfolges
    • Erweiterung persönlicher Kompetenzen zur Bewältigung bestehender Lebenskonflikte
    • Verbesserung der Kommunikations-, Kontakt- und Beziehungsfähigkeit
    • Verantwortlicher Umgang mit Geld
    • Schuldenaufstellung und Schuldenregulierung
    • Freisetzung und Stabilisierung eigener Ressourcen
    • Erhöhung des Selbstwertgefühls
    • Verbesserung der Fähigkeit zur Selbstkontrolle eigenen Verhaltens
    • Steigerung der Konfliktfähigkeit
    • Verbesserung der Gefühlswahrnehmung und –differenzierung
    • Erhöhung der Genussfähigkeit
    • Anbindung an Selbsthilfegruppen
    • Motivation zur ambulanten Rehabilitation oder Psychotherapie