Offene Tür
Neuanfang Leben

Qualifizierter Entzug

Vielen Suchtkranken fällt es schwer, sich selbst als suchtkrank zu sehen und so den Weg zu den vielfältigen Angeboten des Suchthilfesystems zu finden. In ausschließlich körperlichen stationären Entgiftungsbehandlungen können aus zeitlichen und organisatorisch- quantitativen Gründen diese Wege nicht gebahnt werden.

Die Fachklinik St. Marienstift bietet in Kooperation mit dem Krankenhaus St. Elisabeth in Damme eine Behandlungsform an, die körperliche Entgiftung, Aufklärung, Motivationsarbeit, aber auch die Vorbereitung weiterer therapeutischer Maßnahmen verbindet. Die Behandlung findet sowohl im Krankenhaus Damme als auch an zwei Tagen in der Woche in der Fachklinik St. Marienstift statt.

  • Konzept

    Innerhalb des Qualifizierten Entzugs soll eine enge Vernetzung der Behandlung von Alkohol- und / oder Medikamentenabhängigkeit zwischen Körper, Geist und Seele erfolgen. Bei Indikation findet ein medikamentös unterstützter körperlicher Entzug statt; körperliche Folge- und Begleiterscheinungen werden mitbehandelt.

    Auf der psychischen Ebene findet eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Auswirkungen des Suchtmittelkonsums im individuellen, sozialen und beruflichen Lebensbereich statt. Gemeinsam werden bei bestehenden Problemsituationen in gruppentherapeutischen sowie begleitenden einzeltherapeutischen Gesprächen Lösungsstrategien erarbeitet.

    Während des Qualifizierten Entzugs werden das Suchthilfesystem und die damit verbundenen Hilfsangebote erörtert. Die Suchtfachklinik, die Suchtberatungsstelle und die Selbsthilfegruppe stellen sich vor und erste Kontakte können aufgenommen werden. Eine weiterführende Vermittlung wird ermöglicht. Angehörigen-, Paar- und Familienberatung sind in das Behandlungsangebot des Qualifizierten Entzugs integriert.

  • Indikationen

    Der Qualifizierte Entzug richtet sich an Patienten mit einer Alkohol- und/oder Medikamentenabhängigkeit, die über die rein körperlichen Entzüge hinaus sich mit ihrer Suchterkrankung auseinandersetzen und gleichzeitig weiterführende Hilfsmöglichkeiten kennenlernen wollen.

    Die medizinische Behandlung erfolgt in der Abt. für Innere Medizin des St. Elisabeth Krankenhauses Damme, die Suchttherapie durch Mitarbeiter der Fachklinik St. Marienstift sowohl im St. Elisabeth Krankenhaus Damme als auch in der Fachklinik St. Marienstift in Neuenkirchen.

  • Kontraindikationen
    • Alkoholabhängige, die nicht zu einem qualifizierten Entzug motiviert sind
    • Alkoholabhängige, die nicht mehr in der Lage sind, an einem qualifizierten Entzug teilzunehmen (z.B. Patienten mit schweren hirnorganischen Folgeerkrankungen, Hirnleistungsstörungen)
    • Patienten, bei denen aufgrund des Krankheitsverlaufes die Prognose ungünstig ist
    • Suizidale Patienten Patienten, die bereits in ambulanter oder stationärer Entwöhnungsbehandlung sind
  • Selbsthilfe

    Mitglieder der Selbsthilfegruppe des Kreuzbundes in Damme stellen Inhalte und Hilfsmöglichkeiten einer Selbsthilfegruppe vor und geben Informationen. Wir empfehlen, sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen.

  • Beratungsstelle

    Die Suchtberatungsstelle Vechta informiert und berät über Hilfsangebote, insbesondere über die ambulante Behandlung. Die Suchtberatungsstelle Vechta verfügt über eine Außenstelle in Damme. Wir empfehlen, mit einer Suchtberatungsstelle am Wohnort Kontakt aufzunehmen.

  • Anmeldung/Aufnahmemodalitäten

    Die Anmeldung zum qualifizierten Entzug erfolgt im St. Elisabeth Krankenhaus Damme über das Sekretariat Dr. Hardenberg, Frau Schmedes bzw. Frau Heitmann, Tel. 05491/60250.

    Die Aufnahme erfolgt mittels Einweisung durch den Hausarzt, ggf. auch als Notfall in die internistische Aufnahmestation des Krankenhauses. Bei Notfallaufnahme erfolgt nach Abklingen der Akutsymptomatik die Klärung der Indikation zum Qualifizierten Entzug und die Aufnahme in den Behandlungsprozess.