Offene Tür
Neuanfang Leben

Trauma-Ambulanz des Landkreises Vechta

Soforthilfe für traumatisierte Opfer von Gewalttaten

Gewalt jedweder Art zu erfahren ist immer eine belastende Erfahrung. Es kann sich zum Beispiel um Arbeits- und Verkehrsunfälle handeln, um häusliche Gewalt, um Straftaten. Die Opfer haben in vielen Fällen ein seelisches Trauma, also bildhaft gesprochen eine Verletzung der Psyche erlitten. Die Praxis zeigt, dass trotz professioneller  Akutintervention durch Ersthelfer, Seelsorger etc. dies nicht immer ausreicht. Je nach Schwere der belastenden Erfahrung und der Folgesymptome sollte sich schnellst möglich eine fachspezifische Weiterbetreuung der Traumaopfer anschließen.

Seit April 2017 gibt es für den Landkreis Vechta, wie auch im gesamten Bundesland Niedersachsen, ein Konzept für die Sofortversorgung von Opfern von Gewalttaten. Im Rahmen des Projektes „Gesundheitsregion Landkreis Vechta“ kooperieren das örtliche Gesundheitsamt und die Fachklinik St. Marienstift. Es wird ein niedrigschwelliges Angebot vorgehalten, das allen erwachsenen Mitbürgern offensteht, die Opfer von Gewalt geworden sind. Nach Kontaktaufnahme werden bis zu 5 Erstgespräche vereinbart, in denen zunächst ein basales Screening erfolgt. Nach professioneller Diagnostik werden Weichen gestellt für weitergehende Hilfestellungen.

Inhaltlich federführend für das „Trauma-Netzwerk Niedersachsen“ ist das Niedersächsische Landesamt für Soziales, Jugend und Familie. Ist der Zusammenhang von behandlungsbedürftiger Störung und ursächlichem Verbrechen geklärt, so werden die Kosten für zunächst bis zu fünf Sitzungen vom Versorgungsamt übernommen. Während dieser Phase muss ein Antrag nach dem Opferentschädigungsgesetz (OEG) gestellt werden. Wird ein über fünf Sitzungen hinausgehender Behandlungsbedarf festgestellt, so können bis zu zehn weitere Sitzungen über das Versorgungsamt abgerechnet werden.

Was ist ein Trauma?

Ein Trauma kann in Folge von bedrohlichen und erschütternden (Gewalt-)Erfahrungen auftreten. Der traumatische Prozess geht einher mit Gefühlen von tiefgreifender Verzweiflung, Hilflosigkeit, Ohnmacht und Kontrollverlust. Wie auch bei einer körperlichen Verletzung bedarf auch das seelische Trauma zwingend einer Behandlung, um langfristigen gesundheitlichen und psychosozialen Beeinträchtigungen vorzubeugen.

Jeder Mensch kann von einer traumatisierenden Erfahrung betroffen werden und ein psychisches Trauma erleiden! Dieses Erleiden eines psychischen Traumas durch Gewalt ist oftmals ein so überwältigendes Erlebnis, dass die Seele Schutzreaktionen einsetzt. Jedes Trauma verändert das bisherige Leben schlagartig und nachhaltig.

Die seelische Gesundheit ist beeinträchtigt und es ist völlig normal, professionale Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die Behandlung eines Traumas gelingt in der Regel zufriedenstellend und je nach Schweregrad  reichen häufig 8-12 Sitzungen.

Traumafolgen

Die Reaktionen auf ein Trauma äußern sich individuell unterschiedlich; häufige und typische Symptome können dafür sein:

  • Schlafstörungen, Albträume, ständig wiederkehrende, ungewollte, belastende Erinnerungen
  • Erinnerungslücken, Konzentrationsschwächen, Erschöpfung, Nervosität
  • Depression, gedrückte Stimmung
  • Angstzustände
  • sozialer Rückzug, Interessenverlust und Isolation
  • körperliche Symptome zum Beispiel im Bereich des Magen-Darm-Traktes, Kopf- und Rückenschmerzen

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Ziele des Ambulanz-Angebots

  • Bestehende Belastungssymptome mildern
  • Indikationsstellung bezüglich langfristiger Therapien und Beratungen
  • Prävention von chronischen Traumafolge-Störungen
  • Stärkung der Ressourcen von Betroffenen

 
Anmeldung in der Ambulanz

Sie können sich selbst, über eine Polizeidienststelle (zum Beispiel anlässlich der Protokollierung des Vorfalls oder Stellung eines Strafantrages) oder mit Hilfe von Opferberatungsstellen (zum Beispiel Weißer Ring) anmelden und erhalten kurzfristig einen ersten Termin. Nicht selten erfolgen Erstkontakte über niedergelassene Ärzte oder Psychotherapeuten, über Arbeitgeber oder Angehörige.

Trauma-Ambulanz für Erwachsene

Fachklinik St. Marienstift / Neuenkirchen-Vörden
Dammer Straße 4a
Tel.: 05493-502131


Ansprechpartner:

Dr. med. Thomas W. Heinz
Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie/Traumatherapeut
Mail: thomas.heinz@sucht-fachkliniken.de